Die Zeit hier vergeht schnell, seit meiner Ankunft in Bolivien Ende Oktober ist nun schon mehr als ein Monat rum. Es ist viel passiert und sehr viele neue Eindrücke sind auf mich eingeprasselt.
Um euch einen Eindruck zu verschaffen, wie mein Leben hier aussieht, werde ich einfach ein bisschen beschreiben, was ich bisher so erlebt habe und wie das Dorf aufgebaut ist.
Wir haben hier sechs Häuser, von denen in Haus 2, 3, 4 und 5 Kinder mit ihren Hauseltern leben. Bis vor kurzem war dies auch in Haus 6 der Fall, da jedoch die Hauseltern das Dorf verlassen, werden diese Kinder in die anderen Häuser umziehen. In Haus 1 wohnen Alex, mein Mitfreiwilliger und ich. Neben diesen Häusern gibt es noch das Haus des Direktors, das von allen "casa de tío Juan" genannt wird. Momentan essen wir noch dort, der Plan ist aber, dass wir uns bald selbst verköstigen. Zur Zeit ist hier vieles im Umbruch. Wie schon erwähnt, wird es für Haus 6 bald neue Eltern geben, außerdem vollzieht sich gerade auch ein Wechsel auf dem Posten des Direktors. In naher Zukunft wird auch unsere Bäckerei wieder richtig in Betrieb genommen werden, um durch den Verkauf von dort erzeugten Produkten Einnahmen für das Dorf zu erwirtschaften. Meine Tätigkeiten hier waren bisher sehr unterschiedliche, dazu ein paar Beispiele. Vor allem am Anfang habe ich den älteren viel bei Hausaufgaben und Schulsachen generell geholfen. Ein weiterer Bereich waren die Bananenplantagen, auf denen ich mit der Machete gearbeitet habe, was echt Spaß macht :D Eine Ausnahmesituation ereignete sich letzte Woche. Ein kleines Mädchen aus Haus 6 musste für ein paar Tage ins Krankenhaus und die Hausmutter war daher natürlich auch nicht im Dorf. So übernahmen Alex und ich in dieser Zeit die Arbeit in diesem Haus, die vor allem in Kochen bestand, was dann auch mal bedeutete um 4:30 Uhr in der Früh aufzustehen und Frühstück vorzubereiten :D diese Tage waren eine echt gute Erfahrung und nebenbei hab ich auch meine Kochskills verbessern können :D Wie man herauslesen kann, haben wir Freiwilligen hier im Chapare (so heißt diese Region Boliviens) keine festen Arbeitszeiten mit anschließendem Feierabend, sondern sind rund um die Uhr da, wo etwas gebraucht wird. Erst heute hat sich das wieder gezeigt, als es um 6 Uhr an meiner Tür klopfte und Alex mich fragte, ob ich einem Jungen helfen könne, etwas für den heutigen Schultag auszudrucken. So ging ich schlaftrunken rüber zum casa de tío Juan und dann wurde gedruckt. Dementsprechend falle ich abends auch meistens todmüde ins Bett, doch das lohnt sich, zum Beispiel in Momenten, wenn ein Kind extra auf einen Mangobaum klettert um mir anschließend freudestrahlend eine"Manga" zu schenken, die hier im Übrigen so wie eigentlich alle Früchte unglaublich lecker schmeckt.
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